DEM VFR FEHLT ERNEUT DER I - PUNKT
Bernd Schneider *, 20.06.2009
Saisonrückblick 1. Mannschaft 2008/2009 : In der 4. Saison nach dem Wiederaufstieg erreichte der VfR Bad Lobenstein in der vor kurzem zu Ende gegangenen Punkterunde wie im Vorjahr den 2. Platz und schrammte so erneut am erhofften Aufstieg in die Landesklasse vorbei. Auch wenn der Punkt auf dem I erneut fehlte, wieß die Mannschaft aus dem Bad Lobensteiner Koseltal erneut nach, zu einer Sptzenmannschaft in Thüringen heran zu wachsen. Mit offensiven Fussball, mit direkten Kombinationen, mit Lauffreude und Spielintelligenz nötigte die Mannschaft nicht nur den eigenen Fans Applaus ab, sondern auch Respekt von der Konkurrenz. Daß es am Ende gegen den dann doch souveränen Staffelsieger FSV Grün Weiß Stadtroda nicht reichte, hatte viele Gründe. Nach Punkten betrachtet, leistete sich der VfR in den absolvierten 30 Spielen 4 Unentschieden zu viel. Das am Ende Stadtroda dann noch mit einem "unüblichen" Resultat von 15 : 2 gegen Großschwabhausen in der Tordifferenz am VfR vorbei zog, ändert die Betrachtungsweise auf die Saison 2008/2009 nicht entscheidend. Das Wollen in der Mannschaft dokumentierte man gleich im ersten Punktspiel. Der Mitfavorit FSV Schleiz wurde regelrecht demontiert und mit einem klaren 5 : 1 wieder in die Kreisstadt geschickt. Auch beim ersten Auswärtsspiel beim SV Moßbach ging es klar aus, man brauchten eigentlich nicht einmal 10 Minuten, um einen schnellen 3 : 0 Vorsprung heraus zu spielen. Das 4 : 0 am Ende zementierte die Führung in der Tabelle. Erste Kratzer auf der VfR Ehre bekam man in der folgenden Auswärtspartie bei Neuling Jena - Zwätzen. Zwar gewann man mit 4 : 3, doch fehlende Konzentration in der Abwehr ließen die Jenaer nach einem 4 : 1 Rückstand noch auf den Endstand heran kommen. Es folgten glatte Siege gegen Tanna ( 3 : 0 ), in Magdala ( 9 : 0 ) und gegen Pößneck II ( 4 : 0 ). Beim späteren Absteiger LSV Oettersdorf gewann man mit 6 : 1, stieß dabei den Bock um, 10 Jahre nicht bei den Rand - Schleizern gewonnen zu haben. Im 8. Saisonspiel gab es dann das Spitzenspiel zwischen dem VfR als verlustpunktfreien Spitzenreiter und dem ärgsten Verfolger Stadtroda. Vor großer Kulisse gewann der VfR glücklich, aber auch dank einer hohen Disziplin, knapp mit 1 : 0 und erhöhte den Vorsprung auf den FSV auf 5 Punkte. Da man auch in Kahla mit einem 3 : 1 Auswärtssieg und zu Hause gegen Großschwabhausen ( 6 : 0 ) nichts anbrennen ließ, hatte man das erste Drittel der Saison mit einer lupenreinen Statistik von 10 Siegen in 10 Spielen absolviert. Einen neuen Startrekord von 11 Siegen hätte es geben können, doch ausgerechnet beim Neuling SV Schwarza gab es den ersten, nicht eingeplanten Punktverlust. Dieser tat um so mehr weh, weil der 1 : 1 Ausgleich erst in der Nachspielzeit hingenommen werden musste. Nicht nur Trainer Holger Leube war nach der Partie "angefressen", auch die Mannschaft ließ mächtig die Köpfe hängen. Das folgende glatte 7 : 0 gegen Neuling TSV Ranis ließ aber wieder die Selbstzufriedenheit zurück kehren. Doch der Spieltag mit der Zahl "13" brachte dann das zu Tage, was der Trainer schon öfters im Spiel seiner Mannschaft bemängelte. Kraft-und saftlos trat man bei Thüringen Jena an und verlor mit 1 : 3. Zwar war man noch immer Tabellenführer, doch nur noch auf Grund des besseren Torverhältnisses. Schon nach diesem Spiel forderte Trainer Leube wesentlich mehr Engagement, beginnend beim Trainingsbetrieb und folgend im Spiel. Beim Landesklassen-Absteiger Blankenhain bestand die Mannschaft die Nervenprobe, gewann sich mit 5 : 0 und wischte damit die Befürchtungen des Trainers weg. Bis zur nächsten Woche, um erneut gegen einen Abstiegs- kandidaten zu patzen. Zu Hause gegen den Uhlstädter SV blamierte man sich erneut, kam über ein 1 : 1 nicht hinaus und holte sich gleich noch einen Platzverweis mit ab. Dieser Auftritt brachte das Fass bei Trainer Holger Leube zum Überlaufen und er schmiss nach 5 Jahren Trainer-Tätigkeit bei der 1. Mannschaft des VfR hin. Diese Unruhe in und um die Mannschaft konnte Interims-Trainer Heiko Becker beim ersten Spiel der Rückrunde im Dezember 2008 auch nicht auskehren. In Schleiz verlor die Mannschaft mit 2 : 3, holte sich den zweiten Platzverweis ab und ging mit vielen Fragezeichen in die Winterpause. Noch war alles möglich, denn auch Stadtroda verlor überraschend, bezog in Schwarza die zweite Saisonniederlage. Nach vielen Gesprächen zur Jahreswende entschied der Vorstand des VfR, die Trainertätigkeit an Andreas Heinze, der zudem die A - Junioren betreute, zu übertragen. Sein erstes Punktspiel brachte auch gleich den ersten Erfolg. Nach 9 Jahren gewann der VfR erstmals wieder in Tanna. Dieser 3 : 2 Sieg war aber auch verbunden mit der Verabschiedung von David Linke, der zum Kriegseinsatz nach Afghanistan einberufen wurde. Der VfR Mittelfeldmotor stottert nicht mehr, er war schlicht ausgefallen, was viele Spiele der Rückrunde gezeigt haben. Zwar war das Nachholespiel gegen Jena - Zwätzen mit 5 : 0 wieder eine klare Sache, doch das folgende 1 : 1 gegen Magdala offenbarte die Probleme der Rückrunde. Gegen Mannschaften, die tief stehen, die sich nur auf Abwehrarbeit und Konterspiel konzentrieren, fand der VfR nicht die geeigneten Mittel. Es folgten ein mühsamer Auswärtssieg beim VfB Pößneck II ( 0 : 1 ) und ein glattes 6 : 0 gegen "offene" Oettersdorfer. Auch gegen Moßbach reichte es mit spielerischen Mitteln nicht, die Punkte im Koseltal zu behalten. Klassisch ausgekontert wurde die Mannschaft, die nun auch nach diesem 1 : 3 mit der ersten Heimniederlage da stand. Dramatik pur dann beim vermeindlich vorentscheidenden Spiel um die Staffelmeisterschaft beim FSV Stadtroda. Die Grün-Weißen nutzen ihren Heimvorteil, bezogen ihren kleinen Kunstrasenplatz und ballerten gleich los. Ehe sich der VfR umsah, lag man schon nach 6 Minuten mit 2 : 0 hinten, das Anrennen in der 2. Halbzeit brachte aber nicht mehr die erhoffte Wende. Mit 3 : 2 ging der Sieg ebenso glücklich an den Platzbesitzer wie der 1 : 0 Sieg im Hinspiel. Nun hatte Stadtroda 5 Punkte Vorsprung und das der Papierform nach leichtere Restprogramm. Dies schien in den Köpfen der VfR Akteure verankert gewesen zu sein, denn das folgende 1 : 1 gegen Kahla, in der die Gäste 25 Minuten nach 3 Feldverweisen mit nur 7 Feldspielern präsent war, kam einer Niederlage gleich. Trotz Power-Play kein Tor von einer Mannschaft, die bis zu diesem Zeitpunkt schon über 80 mal ins gegnerische Tor getroffen hatte. Natürlich wirkte sich zu diesem Zeitpunkt auch schon die Tatsache aus, daß Trainer Andreas Heinze laufend die Aufstellung wechseln musste und so, bedingt durch Arbeitsausfälle, Experimente eingehen musste. Ab Großschwabhausen, welches der VfR mit 7 : 2 gewann, testete die sportliche Leitung nun bewußt schon Änderungen in den Aufstellungen, um Möglichkeiten für die neue Saison zu erfahren. Knapp war es mit dem 1 : 0 gegen Schwarza, zumindest gelang die verdiente Rehabilitation. Das 2 : 2 in Ranis mit einer "Not-Elf" und das 3 : 3 zu Hause gegen Thüringen Jena waren dann Ergebnis des zum Ende zu dünnen Kaders. Mit den beiden letzten Spielen und den beiden Siegen in Uhlstädt ( 0 : 8 ) und zu hause gegen Blankenhain ( 3 : 1 ) zeigte die Mannschaft noch einmal, zu welchen Leistungen sie fähig ist. In der kommenden Saison, die für die Bezirksliga bereits am 25. Juli 2009 mit der 1. Pokalrunde startet, wäre ein erneuter zweiter Platz aber Gold wert. Durch die beschlossene Strukturreform im Thüringer Fußball werden im Sommer nächsten Jahres auch die Tabellen-Zweiten aufsteigen und in einer neuen, dreiteiligen Landesklasse eingruppiert. Die 7 Bezirksligen gehen dann namensmäßig unter und werden durch 9 Regionalklassen ersetzt. Ein Ziel, welches der VfR Bad Lobenstein ganz fest im Auge hat.