VFR GELINGT AUFSTIEG IM DRITTEN ANLAUF

Bernd Schneider *, 20.06.2010

VFR GELINGT AUFSTIEG IM DRITTEN ANLAUF

Zwei mal war der VfR Bad Lobenstein in der Bezirksliga knapp am Aufstieg gescheitert.
War es 2008 der VfL 06 Saalfeld, der am letzten Spieltag dem VfR Platz 2 in der Tabelle
zuwieß, hatten im Folgejahr die Grün-Weißen aus Stadtroda am Ende die Nase vorn.
Beide Male ließ die Mannschaft im zweiten Teil der Saison nach und verspielte die
Herbstmeisterschaft noch mit einer schwachen Rückrunde.
Auch in der abgelaufenen Runde zählten die Kurstädter wieder zu den Favoriten, gerade
auch deshalb, weil durch eine Strukturreform im Landesverband Thüringen die beiden
Staffelersten direkt aufsteigen konnten sowie die insgesamt 7 Tabellendritten noch 4 Aufsteiger
ermittelten.
 
Diese gute Ausgangsposition für die neue Saison geriet aber schon nach 2 Spieltagen zur
Makulatur, denn ehe man sich im Koseltal versah, war man Tabellen - Letzter.
Der Auftakt beim Mitaufstiegsanwärter FC Thüringen Jena geriet zu einem Debakel.
Mit 6 : 0 schickten die Jenenser den VfR nach Hause. Die vorgezeigte Verunsicherung
nahm am zweiten Spieltag auch der SV Moßbach dankend an. Im Koseltal verteilte man
unrühmliche Geschenke, erlaubte Moßbachs Sturmführer Burkhard Borde ein Tor vom
Anstoßpunkt weg und holte sich einen Platzverweis durch Benjamin Wirth. Das 1 : 4
aus Sicht des VfR bedeutenden die "Rote Laterne".
Auch beim nächsten Auswärtsspiel beim TSV Ranis ging das Schwimmen zunächst weiter.
Marcus Wagner bescherte mit seinem Doppelpack schnell einen 0 : 2 Rückstand, ehe ein
Ruck durch die Mannschaft ging. Binnen 5 Minuten drehte der VfR durch Tore von Marc Ziermann,
Marcus Großer und Martin Müller die Partie und hatte plötzlich wieder das Gefühl, das
Fußballspielen noch nicht verlernt zu haben. Hinzu kam, daß auch Steven Kessel wieder
in die Partie kam und nach 44 Minuten einen Elfmeter hielt. Leider revanchierte sich in diesem
Spiel Andreas Michel für ein Trikotziehen, so daß im 3. Punktspiel der 2. Platzverweis fällig
wurde.
Dies bedeutete eine schon jetzt angespannte Personalsituation, denn neben den zwei Sperren
fehlten zu diesem Zeitpunkt auch noch Christopher Popp mit einer Blessur aus der Vorsaion und
Sebastian Mai mit einem Bänderriss aus der Vorbereitung.
In dieser Phase verpflichtete der VfR Denny Gräsel aus Tanna nach, der aber erst in Schwarza
zu seinem ersten Einsatz kam. Im Kreisderby mit den bis dahin verlustpunktfreien Topfavoriten
FSV Schleiz kämpfte die Mannschaft großartig, einer lief für den anderen und man trotzte
den Gästen mit einem 0 : 0 die ersten Punkte ab.
Es folgte ein schmuckloser Sieg ( 3 : 1 ) gegen nur mit 10 Spieler angetretene Pößnecker,
um mit einem klaren 4 : 1 gegen Schwarza auch wieder spielerisch überzegen zu können.
Das folgende 1 : 1 bei Jena - Zwätzen sah zunächst nach einem Rückschlag aus, war aber
tatsächlich ein Punktgewinn, denn in der 82. Minute fischte sich Schlußmann Pierre Brückner
einen geschenkten Elfmeter für Zwätzen aus dem Netz.
Ende Oktober hatte auch die Verletzungspause von Sebastian Mai ein Ende und er war zusammen
mit dem Team deutlich überlegen gegen den FSV Blankenhain. Mit 5 : 0 schickte man den
ehemaligen Landesklassisten zurück ins Weimaer Land.
Das bis dahin 10. Spiel wurde wieder zu einem Heimspiel, denn mit dem starken Aufsteiger
Lok Saalfeld hatte man noch keine Erfahrung. Bei diesem 3 : 1 heimsieg schoß der VfR alle
4 Tore, denn Andreas Michel brachte mit einem Eigentor die Gäste in Führung. Doch eine
starke zweite Halbzeit reichte, um der Lok den Dampf zu nehmen und noch klar zu gewinnen.
 
Nach einem rustikalen Sonntag auf dem Weimarer Lindenberg kam die Mannschaft mit einem
2 : 2 zurück, hatte aber auch 4 Verletzungen zu beklagen. Den Jahresabschluß gestaltete der
VfR überzeugend. In den verbleibenden 4 Spielen bis zur Jahreswende gelangen 4 Siege.
Dem 4 : 1 gegen Tanna folgte ein glattes 8 : 0 gegen Triptis, wobei hier Denny Gräsel
mit 3 Toren in Folge zum "Spieler des Tages" avisierte, das mutmachende 4 : 2 im ersten
Rückrundenspiel gegen Thüringen Jena, wobei man durchaus von Wiedergutmachung sprechen
konnte und auch das das glatte 3 : 0 beim SV Moßbach zeigte, daß die Auftaktniederlagen
vergessen sind. Diese großartige Aufholejagd brachte zum Jahreswechsel Tabellenplatz 3 und
noch eine gewisse Schlagdistanz nach oben.
 
Doch das Spiel 1 im Jahr 2010 brachte die nächste Ernüchterung. Tabellenführer Schleiz
führte den VfR im Fasanengarten auf Schneeboden vor. Mit einfachen Spiel ohne Schnörkel
schickten die Kreisstädter die Kurstädter mit 6 : 1 nach Hause.
Wie schon im Hinspiel, war auch das Rückspiel gegen Pößneck II alles andere als eine
Demonstration. Ein mühsames 2 : 1 in der Griebse offenbarte eine eklatante Abschlußschwäche
vor dem gegnerischen Tor. Dies rächte sich eine Woche später, denn der noch mit dem Aufstieg
liebäugelnde SV Schwarza besiegte den VfR mit 2 : 1 und war nun selbst plötzlich Dritter.
Auch in Kahla, das erste von drei Nachholespielen tat sich der VfR schwer, David Linkes Tor
kurz vor Schluß beließ der Mannschaft zum 2 : 2 zumindest einen Punkt.
 
Den Platzverweis Nummer 3 fing sich die Mannschaft im Heimspiel gegen Jena - Zwätzen ein.
Ein Lapsus führte zu Rot gegen Steven Kessel nach dem 2 : 2 Ausgleichstreffer. Doch Sebastian
Mai rettete den "Dreier" in Unterzahl zwei Minuten vor Schluß. Da mittlerweile auch Schlußmann
Pierre Brückner verletzt war, Steven Kessel für 3 Spiele gesperrt wurde, kam die große Zeit des
Benedikt Paape. Der A - Junioren Schlußmann hielt in den 3 folgenden Spielen den Kasten des
VfR sauber, musste nur in Blankenhain nach einem Elfmeter nach 4 Minuten hinter sich greifen.
Der VfR wirkte aber in diesem Spiel sehr zerfahren, so daß Blankenhain mit diesem, einem Tor
erstmals gegen den VfR gewinnen konnte. Das Rückspiel gegen Kahla zu Hause im Koseltal
sah aber wieder einen VfR, der vorallem in der 2. Halbzeit schnellen und druckvollen Fussball spielte
und verdient mit 3 : 0 vom Platz ging. Das 2 : 0 zu Hause gegen Ranis wurde aber zu einem
Geduldsspiel, bescherte aber der Mannschaft wieder Platz 3 in der Tabelle.
Nur zwei Tage nach dem Nachholer gegen Ranis musste die Mannschaft bei Lok Saalfeld
unbedingt gewinnen, um diesen 3. Platz zu sichern. Oliver Hölzel und Janek Köcher schossen
die Tore zum 2 : 0 Auswärtssieg, der den Saalfeldern 3 Platzverweise bescherte.
Fussball mit Herz und Freunde zeigten die Spieler von Trainer Andreas Heinze beim Heimspiel
gegen die Reserve des Landesligisten Weimar. Mit 5 : 0 wurden die Goethestädter nach Hause
geschickt. Sebastian Mai und Oliver Hölzel steuerten hier je einen Doppelpack bei.
Das wohl schwerste Spiel stand der Mannschaft dann beim Derby in Tanna bevor. Mit einem
späten 3 : 1, wobei wieder Hölzel und zweimal Mai trafen, sicherte den Relegationsplatz 3.
Nun stand an einem Wochenende die Doppelaufgabe mit dem TSV Oppurg an. Das mehrmals
verschobene Hinspiel in Oppurg sah einen VfR, dem die Nerven flatterten, der nie ins Spiel kam
und völlig überraschend, aber verdient mit 0 : 2 unterlag. Damit war auch klar, daß es mit einem
Sieg zwei Tage später gegen Oppurg noch nicht reichen würde. Dieser Sieg wurde mit 5 : 0 klar
eingefahren, die Aufstiegsentscheidung sollte dann aber erst am letzten Spieltag in Triptis fallen.
Und dieses Spiel war nichts für schwache Nerven. Triptis, mit dem Rücken zur Wand auf dem
Abstiegsplatz brauchte einen Punkt, der VfR den Sieg für den Weg in die Landesklasse.
Zwar dominierte auch hier der VfR die Partie, doch das erste Tor schoß Hoffmann kurz nach der
Pause für Triptis. Wieder lag eine Sensation in der Luft. David Linke ließ den VfR beim 1 : 1
Ausgleichstreffer kurz frohlocken, bis Martin Müller sich die 4. Rote Karte der Saison nach einer
Notbremse abholte. Doch in Rückstand ist der VfR unberechenbar. Sebastian Mai verwandelte
5 Minuten vor Schluß einen Foulelfmeter, den Janek Köcher heraus geholt hatte. Mit dem letzten
Treffer der Saison, dem 75. insgesamt, beschloß Sebastian Mai jedliges Zaudern.
Als bester Dritter aller 7 Bezirksligastaffeln feierte der VfR den Aufstieg, Triptis war abgestiegen.
 
Statistik :
Der Aufstieg war vor allem einer starken Rückrunde zu verdanken. Der VfR ist in dieser Tabelle
die beste Mannschaft aller 15 Teams. 11 Siege und 3 Niederlagen erreichte die Mannschaft
ab Ende November 2009. Damit konnte man das dürftige Abschneiden in der Hinrunde mit
nur 7 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen kompensieren. Auch die bekannte Heimstärke
war Garant, das Saisonziel erreicht zu haben. Von den 14 Heimspielen gewann die Mannschaft
12 Spiele, patzte nur gegen Moßbach am 2. Spieltag und spielte gegen Schleiz einmal Remis.
Auswärts gab es dagegen eine durchwachsene Runde. 6 Siege, 3 Unentschieden und 5 Niederlagen
stehen nun in den Statistiken dieser letzten Bezirksligasaison.
 
Von den möglichen 28 Spielen bestritten Oliver Hölzel, David Linke und Markus Großer mit
26 Berufungen die meisten Spiele. Es folgen Marc Ziermann, Martin Müller und Sebastian Gäbelein
mit 24 Spielen, David Kachold und Riccardo Aust ( 21 ), Christopher Popp ( 20 ), Serbastian Mai
und Benjamin Wirth ( 19 ), Andreas Michel und Chris Häßner ( 16 ), Steven Kessel ( 15 ),
Christopher Kolb und Janek Köcher ( 14 ), Denny Gräsel ( 12 ), Peirre Brückner ( 10 ), Martin Ruckert ( 8 ),
Daniel Fijolek ( 7 ), Martin Fröhlich ( 5 ), Alexander Heinze und Benedikt Paape ( 3 ),
Sebastian Heinze und Denny Häßner ( 2 ) und Patrik Kaiser und Andy Neumeister mit je einem
Einsatz.
 
Fair - Play :
Die hohe Zahl von 27 eingesetzten Spielern hatte ihre Ursache neben den vielen Verletzungen auch
in der nicht zufrieden stellenden "Fair - Play" Wertung.
4 Rote Karten sind eindeutig zu viel, denn hinter diesen Platzverweisen stehen 15 Sperrtage.
Hinzu kommt eine gelb - rote Karte gegen Martin Müller sowie Tagessperren nach der 5. gelben
Karte für David Linke und Martin Müller. Insgesamt sammelte der VfR noch 41 gelbe Karten hinzu.
Der letzte Platzverweis gegen Martin Müller wirkt nun noch in der Landesklasse nach, denn er
ist für das erste Pokalspiel und das erste Punktspiel gesperrt.
 
Torschützen :
13 Spieler teilen sich die erzielten 75 Treffer. Erneut ein Torgarant war Sebastian Mai mit
22 Treffern, gefolgt von David Linke mit 12 Toren und Marc Ziermann, der es auf 9 Torerfolge
brachte. Oliver Hölzel traf 7 mal. Je 6 mal waren Sebastian Gäbelein und Martin Müller
erfolgreich, gefolgt von Denny Gräsel ( 4 ), Marcus Großer ( 3 ), Janek Köcher ( 2 ) und
Andreas Michel, Benjamin Wirth, Riccardo Aust und Christopher Popp, die je einmal trafen.
 
Zuschauer :
Die Zuschauerzahl ist mit 1.824 Besuchern im Koseltal recht ordertlich. Wenn auch das Vorjahres-
ergebnis nicht ganz erreicht wurde ( 1.908 ), so hatte der VfR auch ein Spiel weniger auszustatten.
Der Durchschnitt stieg von 128 auf 130 Zuschauer je Spiel. Die meisten Besucher hatte erwartungs-
gemäß das Derby gegen Schleiz ( 220 ), gefolgt von den Heimpartien gegen Moßbach ( 180 ) und
Oppurg ( 175 ). Die wenigsten Zuschauer kamen zu den Spielen gegen Triptis ( 98 ) und Pößneck II
( 80 ).  Auch auswärts zieht der VfR die Fans. Wenn auch die 370 Zuschauer in Stadtroda aus der
Vorsaison nicht getpoppt wurden, so kamen dennoch 1.298 Zuschauer zu den Spielen mit VfR-
Beteiligung. Die 172 Zuschauer vom letzten Spieltag in Triptis sind hier der Bestwert, auch bei
Lok Saalfeld war die Kulisse mit 151 recht ordentlich. Wie in den Jahren zuvor auch in diesem Jahr
wieder Schlußlicht bei den Zuschauern ist der VfB 09 Pößneck II, wo nur 30 Besucher gezählt wurden.
Der Schnitt in der Fremde ging von 110 auf 92 zurück.