Saisonfazit 2025/26 – D2-Jugend des VfR Bad Lobenstein
Michael Straubel *, 26.06.2026
Mit Platz 6 und 17 Punkten beendete unsere D2-Jugend die Saison 2025/26 – ein Ergebnis, das auffällige Parallelen zur Saison 2023/24 aufweist, in der man ebenfalls auf Platz 6 landete, damals mit 16 Punkten. Dieser Vergleich ist alles andere als zufällig gewählt, denn beide Saisons lassen sich auch von den Voraussetzungen her direkt gegenüberstellen.
Normalerweise setzt sich eine D2-Jugend-Mannschaft aus einem älteren und einem jüngeren Jahrgang zusammen – in dieser Saison wären das die Jahrgänge 2013 und 2014. Unser Kader besteht jedoch überwiegend aus dem jüngeren der beiden Jahrgänge und wird entsprechend zusätzlich mit noch jüngeren Spielern aus dem nachfolgenden Jahrgang 2015 aufgefüllt. Eine wirklich altersgerechte Mischung aus altem und jungem Jahrgang ergibt sich bei uns daher nur alle zwei Jahre. Sowohl in der Saison 2023/24 als auch in der aktuellen Saison 2025/26 war genau dieser Sonderfall gegeben: In beiden Spielzeiten stand uns nur ein einziger Spieler aus dem jeweils älteren Jahrgang zur Verfügung. Die beiden Saisons sind damit nicht nur tabellarisch, sondern auch von den Voraussetzungen her sehr ähnlich – ein Umstand, der den direkten Vergleich besonders aussagekräftig macht.
Platz 6 war in dieser Saison zudem unser realistisches Saisonziel, da wir in einer Staffel antreten mussten, die überwiegend aus ersten Vertretungen der Konkurrenzvereine bestand. Das Ziel bestand also vor allem darin, sich vor allen zweiten Vertretungen zu platzieren – und genau das wurde erreicht.
Nach der Saison 2023/24 wechselten drei Spieler, die bei uns absolute Leistungsträger waren, in die erste Vertretung ihres Jahrgangs und spielen dort nun eine Klasse höher. Im Hinblick auf den Wechsel aufs Großfeld ab der C-Jugend wurde frühzeitig erkannt, dass ein größerer Kader notwendig ist: In den letzten beiden Jahren konnte die Mannschaft von 12 auf 20 Spieler ausgebaut werden, was die positive Entwicklung unterstreicht. Auch das sportliche Niveau konnte trotz der zahlreichen Abgänge und der noch schwach ausgebildeten Neuzugänge gehalten werden.
Auch ein Blick auf die individuellen Werdegänge der Spieler zeigt, wie besonders die Kaderstruktur in dieser Saison war. Geht man davon aus, dass ein D-Jugendspieler in der Saison 2025/26 entweder 12 oder 13 Jahre alt ist und in seiner bisherigen Fußball-Karriere bereits eine F-Jugend und eine E-Jugend durchlaufen hat, trifft dieser klassische, altersgerechte Werdegang in unserer D2 auf lediglich drei Spieler zu. Diese drei Spieler waren in der laufenden Saison nicht nur der Maßstab in ihren Reihen, sondern nahezu allein für die Torgefahr der Mannschaft verantwortlich – rund 90 Prozent aller erzielten Tore gingen auf ihr Konto. Damit bilden sie derzeit die Grundvoraussetzung dafür, dass die Mannschaft auf diesem Niveau bestehen kann, solange die übrigen, noch unerfahrenen Spieler ihren Ausbildungsrückstand nicht aufgeholt haben.
Genau dieses Beispiel zeigt aber auch, warum Tabellen im Kinder- und Jugendfußball generell oft ein verzerrtes Bild liefern. Sie berücksichtigen weder den individuellen Ausbildungsstand noch die tatsächliche Altersstruktur einer Mannschaft, und auch der sogenannte Relative Age Effect findet dabei keine Berücksichtigung. In der Folge wird körperliche Reife in dieser Altersklasse häufig mit fußballerischem Talent verwechselt, obwohl beides nicht zwangsläufig zusammenhängt. Deshalb bewerten wir die Leistungsfähigkeit der Mannschaft vor allem an der Umsetzung der Trainingsinhalte – unabhängig vom Ergebnis eines einzelnen Spiels oder dem Stand in der Tabelle.
Auch wenn die zurückliegende Saison erwartungsgemäß schwierig war, hat sie dennoch jedes einzelne Kind ein großes Stück weitergebracht – auch jene mit weniger Einsatzzeit. Maßgeblich dafür war vor allem die sehr hohe Trainingsbeteiligung im gesamten Team.
In der kommenden Saison wird sich der Wettbewerb durch die dann ausgeglichene Altersstruktur fairer gestalten. Statt der häufigen Überforderung in dieser Saison werden unsere Kinder wieder angemessen gefordert sein und ihre Spiele dadurch positiver gestalten können. Es wird zugleich schon das letzte Jahr sein, bevor es für die Mannschaft aufs verkürzte Großfeld geht. Bis dahin liegt aber noch eine Menge Arbeit vor dem gesamten Team – denn danach beginnt der echte Fußball.