VFR IST WIEDER EINE MACHT

Bernd Schneider *, 22.06.2008

VFR IST WIEDER EINE MACHT

Rückblick auf die Bezirksliga 2007-2008  

Spannung bis zum letzten Spieltag - Vizemeister und Fair-Play- Sieger   Was war das eine spannende Bezirksliga-Saison, die vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist. Erst am letzten Spieltag klärte sich die Meisterfrage und ebenso, wer die Liga neben den schon früh feststehenden Oppurgern verlassen muss. So war der Jubel über den Aufstieg in Saalfeld nach vielen Jahren des Bemühens verständlich und auch Uhlstädt durchbrach mit zwei "Last-Minute´" Siegen den Nimbus der Fahrstuhlmannschaft, schaffte den Klassenerhalt und beförderte Frankendorf in die Kreisliga.   Der VfR Bad Lobenstein wurde in dieser Runde mit 68 Punkten aus 28 Spielen hervorragender Zweiter, lediglich 4 Punkte hinter dem VfL Saalfeld einkommend, aber zum Schluß auch mit 7 Punkten Vorsprung sicher vor der Mannschaft von Grün Weiß Stadtroda. Prachtstück der Mannschaft war zweifelsohne der Angriff, denn mit erzielen 84 Toren erzielte der VfR soviele Treffer wie kein anderes Team der Staffel. Zudem hatte man mit 27 Gegentoren die zweitbeste Abwehr, die nur von Saalfeld mit 15 Gegentoren unterboten wurde. Die Zielstellung der Mannschaft, ähnlich wie im Aufstiegsjahr 2005/2006 mit Platz 6 oder 2006/2007 mit Platz 7 abzuschneiden, konnte schon im Winter nach oben korregiert werden, denn hier wollte man den zwischenzeitlichen Platz 2 auch bis zum Ende halten. Dies ist in beeindruckender Weise gelungen, konnte man sich zwischenzeitlich sogar auf dem Platz an der Sonne von den anderen Teams jagen lassen.   Die Saison begann mit einer Fahrt ins Unbekannte. Fortuna Frankendorf hieß die Mannschaft, die aus der Staffel 6 neben Foruna Großschwabhausen in die Staffel 3 zugeordnet wurde. Doch mit schnellem Kombinationsspiel fand sich der VfR schnell auf dem abschüssigen Platz zurecht und besiegte die Gastgeber sicher mit 5 : 0. Auch das erste Heimspiel gegen Oppurg gewann der VfR mit 3 : 1. Der folgende 5 : 2 Sieg in Uhlstädt war wieder von Schnelligkeit geprägt. Natürlich wusste nach diesen 3 Spielen niemand, das der VfR mit diesen 3 Mannschaften die späteren Schlußlichter besiegt hatte.  Was folgte war der Heimauftritt gegen die Mannschaft, die als einzigste vor der Sasion den Aufstieg auf dem Programm hatte. Grün Weiß Stadtroda fand sich aber zur Halbzeit mit 3 Toren im Rückstand. Als nach 57 Minuten Kessel sogar noch einen Elfmeter parierte, sollte der nächste Heimsieg eingentlich sicher gewesen sein. Doch die Gäste brachten es fertig, binnen 3 Minuten zwei Treffer zu erzielen und 5 Minuten vor Ultimo sogar noch den Ausgleich. Im Nachhinein war das zwei verschenkte Punkte. Der folgende Spieltag brachte ein 2 : 2 in Oettersdorf, wobei hier der VfR eigentlich schon verloren hatte und ähnlich wie Stadtroda in der Vorwoche zurück kam. 2 Tore in den letzten 3 Minuten bewahrte die Mannschaft vor der ersten Niederlage.   Diese Niederlage kam, dazu noch zu Hause und bei einem Spiel auf ein Tor. Nachdem an diesem Tag erst der Platz von Unmassen an Wasser befreit werden musste, konterte der Gast Thüringen Jena den VfR zweimal klassisch aus. So hatten man binnen 3 Wochen schon 7 Punkte auf den immernoch verlustpunktfreien Spitzenreiter Saalfeld verloren. Doch der nächste Sieg in Triptis mit 3 : 2 zeigte wieder, daß die Mannschaft in Takt war und große Moral hatte. Denn trotz der schnellen Zweitoreführung kam Triptis mit dem Unentschieden zurück, ehe Munzers Kopfballtor die starken Gastgeber besiegte. Nun lief es wieder "runder" beim VfR. Großschwabhausen hatte gegen den VfR beim 1 : 6 nichts zu bestellen, auch Schleiz unterlag im Koseltal nach dem wohl besten Saisonspiel mit 5 : 3. Ein Bastion fiel mit dem 3 : 1 Sieg in Kahla, einer Mannschaft, gegen die man die letzten 5 Jahre nicht mehr hohlen konnten. Als man dann noch Neuling Moßbach ( 3 : 0 ), Tanna ( 5 : 0 ) und zum Rückrundenstart Frankendorf ( 6 : 0  ) ohne eigenes Gegentor nach Hause schickte, konnte Trainer Leube auch seine Abwehr wieder loben. Was das jahr 2007 beendete, war der absolute Knaller, denn Saalfeld kam zum Nachholespiel auf den Hartplatz an der Poststraße. Taktik und schwierige Bodenverhältnisse bestimmten das Spiel des Zweiten gegen den Ersten. Das der VfR noch ein gewichtiges Wörtchen oben in der Tabelle mitreden wollte, bewieß der 1 : 0 Sieg durch Hölzels spätes Tor. Saalfeld hatte damit seinen ersten Punktverlust zu registrieren, der VfR eine Genugtung mehr, das man nun auch wieder die "Großen" schlagen konnte.   Das Jahr 2008 begann mit einem Nachholespiel bei der Oberliga-Reserve vom VfB Pößneck. Am Ende hieß es 2 : 1 für den VfR und man begann auch das neue Jahr mit einem Sieg. Der danach folgende 4 : 0 Sieg in Oppurg liest sich aber klarer, als er war. Fast die Wiederholung des Hinspielergebnisses hätte es gegeben, als der VfR zum Dritten, FSV Stadtroda, musste. Auf Kunstrasen gingen die Gastgeber eben´falls mit 3 : 0 in Führung, der VfR kam in Halbzeit zwei auf 2 : 3 heran und der Ausgleich lag in der Luft. Beim Ansturm "Alles oder Nichts" fing man sich aber noch den Konter ein, der die zweite Niederlage besiegelte. Es folgte ein glanzloses 2 : 0 gegen Oettersdorf, die Umkehr des Hinspielergebnisses bei Thüringen Jena ( 2 : 0 ) und ein Arbeissieg mit dem gleichen Resultat gegen Triptis. Dann sollte in Saalfeld vor 450 Zuschauern zum ganz großen Schlag ausgeholt werden. Doch trotz bester Bedingungen auf dem Rasenplatz empfing Saalfeld den VfR auf den ungeliebten Kunstrasen. Es reichte eine Unachtsamkeit in der Anfangsphase, daß Saalfeld dieses Spiel zweier gleich starker Mannschaften mit 1 : 0 gewinnen konnte. Anschauungsunterricht schnellen Fussballs bekam der FSV Schleiz im heimischen Fasanengarten, als man gegen die Koseltaler mit 0 : 4 die höchste Heimnierlage kassierte. Die Siege gegen Uhlstädt ( 3:1 ) und Kahla ( 3 : 0 ) spülte den VfR dann zwischenzeitlich wieder an die Tabellenspitze, da Saalfeld gegen Goßschwabhausen ( 0 : 0 ) und Tanna ( 0 : 1 ) patzte. Punktgleich, doch mit einem Spiel mehr setzte man den favoriten Woche für Woche unter Druck. Die 3 : 0 Siege in Moßbach und gegen Pößneck II beließen die Koseltaler nach dem punktspielfreien Wochenende aber noch in Schlagdistanz zu Saalfeld. Gewannen die Saalfelder ihr letztes Spiel mit 5 : 1 souverän in Jena, leiß sich der VfR die 2 : 1 Zwischenführung in Tanna nach Bekanntwerdens des Gegenerbenisses noch aus der Hand nehmen.   Ein Grund des Erfolges für den VfR dürfte sein, mit wenigen Verletzungen über die Saison gekommen zu sein. 12 Spieler der Mannschaft absolvierten 22 der 27 Spiele. Das eine fehlende Spiel kam durch den Nichtantritt von Großschwabhausen in Bad Lobenstein zu Stande, welches mit einem 2 : 0 für den VfR gewertet wurde. Die meisten Einsätze absolvierten Torwart Steven Kessel und Sebastain Gäbelein (27), David Linke brachte es auf 26, Janek Köcher, Andreas Michel auf 25, Riccardo Aust, Oliver Hölzel, Helge Munzer und Martin Müller auf 24, Ronny Falk und Christopher Popp auf 23 und David Kachold auf 22 Einsätze. Es folgenden Torsten Sell mit mit 17, Torsten Schmidt mit 16, Daniel Fijolek und der zur Winterpause nach Stadtroda gewechselten Tino Vollmer mit 7 Berufungen. Auf 5 Einsätze konnte Marcus Richter, auf 3 Einsätze Chris Häßner und Sebastian Mai zurück blicken. Je einmal wurden Martin Fröhlich und Sebastian Heinze in der 1. Mannschaft eingesetzt.   Die Torjägerkrone beim VfR teilen sich Oliver Hölzel und David Linke mit je 15 Toren. Sebastaina Gäbelein traf 11 mal und Andreas Michel war 10 mal erfolgreich. Wie gefährlich Helge Munzer als Abwehrspieler ist, beweisen seine 7 Treffer, gefolgt von den 6 Toren der Janek Köcher und Christopher Popp. Auf 4 Tore brachte es Torsten Sell, Martin Müller traf 3 mal, Ronny falk 2 mal und je ein Tor stehen für Riccardo Aust, Daniel Fijolek und Sebastian Mai in der Statistik.   Mit lediglich 32 gelben Karten avanchierte der VfR Bad Lobenstein zur fairsten Mannschaft der Liga. Dabei ist hervorhebenswert, daß es keine Sperrtage für die 5. Gelbe gab. Gelb/Rot oder Rot waren beim VfR in der Sasion 2007/2008 Fehlanzeige und auch ein Grund, weshalb die Mannschaft stolz auf das Erreichte sein kann.   Diese Leistungen der Mannschaft fanden auch ihren Niederschlag in der Zuschauerresonanz. So stiegen die Zuschauerzahlen bei Heimspielen von 1.165 bei 14 Spielen aus der Vorsaison auf 1.406 bei 13 Spielen. Dabei waren die 195 Zuschauer gegen Schleiz die höchste Zahl. Auch auswärts ist der VfR wieder ein Magnet. Von 1.200 Zuschauern stieg die Betrachterzahl auf 1.853, wobei die 450 Zuschauer in Saalfeld alles in den Schatten stellt.